Die Idee

Früher war in Europa eine ganzheitliche Sicht auf den Menschen selbstverständlich. Je nach Konstitution achtete man auf seinen Energiehaushalt (warm oder kühl) und seine Struktur (feucht oder trocken). Bei Unwohlsein oder gar Krankheit ging man davon aus, dass die individuelle, natürliche Balance aus dem Gleichgewicht geraten war. Dann kamen Pflanzen und Behandlungsmethoden zum Zug, mit deren Unterstützung dieses Ungleichgewicht wieder ausgeglichen werden konnte.

In anderen Kulturen hat sich diese Sichtweise behaupten können, in Europa wird sie gerade wiederentdeckt. Die europäischen Grundelemente Luft, Feuer, Erde und Wasser finden wir in den Temperamenten Sanguiniker, Choleriker, Melancholiker und Phlegmatiker wieder. Kaum einer ist nur das eine oder das andere, die meisten sind eine „Mischung“ von zwei oder drei Temperamenten.

Die vier Elemente tauchen auch in den Heilpflanzen wieder auf. Dort nimmt man eine kühlende Pflanze um überschüssige Wärme auszugleichen, eine trocknende, um beispielsweise nässenden Ausschlag entgegenzuwirken usw.

Alles war (und ist) so miteinander verbunden, hat etwas Verbindendes. Den Menschen als Ganzes zu sehen, heißt aber auch, ihn in seiner Ganzheit zu erfassen, also nicht nur den gerade erkrankten Teil, sondern auch die seelischen und geistigen Aspekte, die ihn ausmachen. Die Temperamente spiegeln sich deshalb nicht nur auf körperlicher, sondern auch auf emotionaler und geistiger Ebene wider. In der Art zu fühlen und zu denken unterscheiden wir uns voneinander, sowie die Pflanzen sich in ihrer Wirkweise voneinander unterscheiden und deshalb bei den Menschen unterschiedlich eingesetzt werden und ihre Wirkungen entfalten.